Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, ist es oft schwer, gleichzeitig zu trauern und an organisatorische Dinge zu denken. Viele Angehörige fragen sich in diesem Moment: Was muss ich jetzt tun – und was kann noch warten?
Nicht alles muss sofort erledigt werden. Einige Schritte sind jedoch wichtig, damit die weiteren Formalitäten, die Bestattung und die Abschiednahme organisiert werden können.
Diese Checkliste gibt Ihnen eine erste Orientierung für die Zeit unmittelbar nach einem Todesfall und die folgenden Tage.
Was ist unmittelbar nach einem Todesfall zu tun?
Was als Erstes zu tun ist, hängt davon ab, wo und unter welchen Umständen ein Mensch verstorben ist.
Todesfall zu Hause
Ist ein Mensch zu Hause verstorben, muss eine Ärztin oder ein Arzt den Tod feststellen und die sogenannte Leichenschau durchführen. Anschließend wird die Todesbescheinigung ausgestellt. Die genauen Regelungen zur Leichenschau unterscheiden sich teilweise zwischen den Bundesländern.
Wenn nicht eindeutig feststeht, dass die Person verstorben ist, oder wenn es sich möglicherweise noch um einen medizinischen Notfall handelt, sollte sofort der Notruf 112 verständigt werden.
Erst danach müssen Sie sich um die weiteren organisatorischen Schritte kümmern.
Todesfall im Krankenhaus oder Pflegeheim
Verstirbt ein Mensch in einem Krankenhaus, Pflegeheim oder einer vergleichbaren Einrichtung, werden die ersten medizinischen und organisatorischen Schritte in der Regel von der Einrichtung veranlasst. Auch die Anzeige des Sterbefalls beim Standesamt wird bei Todesfällen in solchen Einrichtungen normalerweise durch deren Verwaltung übernommen.
Die Angehörigen können sich anschließend in Ruhe mit einem Bestattungsunternehmen in Verbindung setzen und die nächsten Schritte besprechen.
Familie und nahestehende Menschen informieren
Es muss nicht sofort jeder verständigt werden.
Informieren Sie zunächst die Menschen, die Ihnen nahestehen und die Sie in den kommenden Stunden und Tagen unterstützen können.
Gerade in dieser Situation kann es hilfreich sein, Aufgaben aufzuteilen. Eine Person kann beispielsweise Kontakt mit dem Bestattungsunternehmen aufnehmen, während jemand anderes wichtige Dokumente zusammensucht oder weitere Familienmitglieder informiert.
Welche Unterlagen werden benötigt?
Für die Beurkundung des Sterbefalls und die Organisation der Bestattung werden verschiedene Dokumente benötigt.
Welche Unterlagen im konkreten Fall erforderlich sind, hängt unter anderem vom Familienstand des verstorbenen Menschen ab.
Wichtige Dokumente zusammensuchen
Hilfreich sind insbesondere:
- Personalausweis oder Reisepass
- Geburtsurkunde
- bei Verheirateten die Ehe- oder Lebenspartnerschaftsurkunde
- gegebenenfalls Unterlagen über Scheidung oder den Tod eines früheren Ehepartners
- ärztliche Todesbescheinigung
- Unterlagen zum letzten Wohnsitz
Das zuständige Standesamt kann je nach persönlicher Situation weitere Nachweise verlangen. Häufig unterstützt das beauftragte Bestattungsunternehmen die Angehörigen dabei, die erforderlichen Dokumente zusammenzustellen und beim Standesamt einzureichen.
Sterbefall beim Standesamt beurkunden lassen
Ein Sterbefall muss beim Standesamt des Sterbeortes angezeigt und anschließend im Sterberegister beurkundet werden. Die gesetzliche Frist für die Anzeige beträgt grundsätzlich spätestens den dritten auf den Tod folgenden Werktag. In der Praxis übernimmt diese Aufgabe häufig das Bestattungsunternehmen oder die Einrichtung, in der der Mensch verstorben ist.
Sterbeurkunden beantragen
Nach der Beurkundung können Sterbeurkunden ausgestellt werden.
Sie werden später beispielsweise für die Abwicklung des Nachlasses, für Versicherungen und für weitere Formalitäten benötigt.
Es kann deshalb sinnvoll sein, direkt mehrere Ausfertigungen zu bestellen.
Bestattung und Trauerfeier organisieren
Nachdem die ersten notwendigen Formalitäten geklärt sind, geht es um die Frage, wie der Abschied gestaltet werden soll.
Dabei müssen nicht alle Entscheidungen innerhalb weniger Stunden getroffen werden.
Wünsche des verstorbenen Menschen berücksichtigen
Prüfen Sie zunächst, ob Wünsche zur Bestattung hinterlassen wurden.
Vielleicht wurde bereits über eine bestimmte Bestattungsart, einen Friedhof, eine Urnenbeisetzung, eine Baumbestattung oder die Gestaltung der Trauerfeier gesprochen.
Manchmal existiert auch eine schriftliche Bestattungsverfügung oder es wurden bereits Absprachen mit einem Bestattungsunternehmen getroffen.
Bestattungsunternehmen auswählen
Ein Bestattungsunternehmen begleitet Sie bei vielen organisatorischen Fragen rund um Überführung, Beurkundung, Sarg oder Urne und die eigentliche Beisetzung.
Sie dürfen sich dabei erklären lassen, welche Leistungen notwendig sind und welche Entscheidungen Sie selbst treffen können.
Es ist vollkommen in Ordnung, Fragen zu stellen und sich Zeit für Entscheidungen zu nehmen, soweit der organisatorische Rahmen dies zulässt.
Trauerfeier gestalten
Neben den organisatorischen Fragen geht es um etwas ganz anderes: Wie möchten Sie sich von diesem Menschen verabschieden?
Eine Trauerfeier kann kirchlich, frei oder in einem sehr kleinen persönlichen Rahmen gestaltet werden.
Bei einer freien Trauerfeier steht die Lebensgeschichte des verstorbenen Menschen im Mittelpunkt. Persönliche Erinnerungen, Musik, Fotos, kleine Rituale und Beiträge von Angehörigen können Teil des Abschieds werden.
Dabei muss eine Trauerfeier nicht aufwendig sein.
Manchmal sind eine persönliche Trauerrede, zwei besondere Musikstücke und einige bewusst gewählte Erinnerungen genau der richtige Rahmen.
Persönliche Trauerrede vorbereiten
Für eine persönliche Trauerrede müssen Angehörige keinen fertigen Lebenslauf vorbereiten.
Viel wichtiger sind Erinnerungen:
- Was war typisch für diesen Menschen?
- Was hat ihn begeistert?
- Welche kleinen Eigenheiten gehörten zu ihm?
- Was werden Familie und Freunde besonders vermissen
- Welche Geschichten werden wahrscheinlich noch viele Jahre erzählt?
Aus solchen Erinnerungen entsteht ein viel persönlicheres Bild als aus Daten und Jahreszahlen allein.
Was muss in den folgenden Tagen geregelt werden?
Nach der Bestattung bleiben häufig weitere organisatorische Aufgaben.
Diese müssen jedoch nicht alle gleichzeitig erledigt werden.
Versicherungen, Bank und Verträge prüfen
Je nach persönlicher Situation können unter anderem folgende Stellen relevant sein:
- Arbeitgeber
- Krankenversicherung
- Rentenversicherung
- Banken
- Versicherungen
- Vermieter
- Energie- und Telekommunikationsanbieter
- Vereine und Mitgliedschaften
- Abonnements und laufende Verträge
Welche Verträge beendet, übertragen oder weitergeführt werden sollen, hängt vom Einzelfall ab.
Erstellen Sie am besten eine Liste und arbeiten Sie diese Schritt für Schritt ab.
Rentenansprüche prüfen
War der verstorbene Ehepartner bereits Rentner oder Rentnerin, können für Witwen oder Witwer Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann beim Renten Service innerhalb von 30 Tagen nach dem Tod ein Vorschuss auf die Witwen- oder Witwerrente beantragt werden. Der reguläre Antrag auf Hinterbliebenenrente muss zusätzlich gestellt werden.
Testament und Nachlass klären
Prüfen Sie, ob ein Testament oder Erbvertrag vorhanden ist und welche weiteren Schritte hinsichtlich des Nachlasses notwendig sind.
Besonders wichtig ist das Thema, wenn nicht klar ist, ob zum Nachlass möglicherweise auch Schulden gehören.
Wer eine Erbschaft ausschlagen möchte, muss dabei gesetzliche Fristen beachten. Die reguläre Ausschlagungsfrist beträgt sechs Wochen und beginnt nicht zwangsläufig bereits am Todestag, sondern grundsätzlich mit der Kenntnis davon, dass und aus welchem Grund man Erbe geworden ist. In bestimmten Auslandssituationen gelten längere Fristen.
Bei Unsicherheit sollte deshalb frühzeitig fachlicher Rat eingeholt werden.
Digitalen Nachlass nicht vergessen
Auch das digitale Leben eines Menschen hinterlässt Spuren.
Dazu können gehören:
- E-Mail-Konten
- soziale Netzwerke
- Cloud-Speicher
- Streaming-Abonnements
- Online-Shops
- kostenpflichtige Apps und Software
- digitale Mitgliedschaften
Auch diese Konten können nach und nach geprüft und, soweit erforderlich, gekündigt oder verwaltet werden.
Checkliste Todesfall: die wichtigsten Schritte
Nicht jeder Punkt trifft auf jede Familie zu. Die folgende Übersicht soll Ihnen deshalb vor allem helfen, die nächsten Aufgaben zu sortieren.
Unmittelbar nach dem Todesfall
- Bei unklarer Situation oder medizinischem Notfall 112 rufen
- Ärztliche Leichenschau und Todesbescheinigung veranlassen
- Engste Angehörige und vertraute Personen informieren
- Unterstützung organisieren und Aufgaben verteilen
In den ersten Tagen
-
Bestattungsunternehmen kontaktieren
-
Wichtige persönliche Dokumente zusammensuchen
-
Prüfen, ob Bestattungswünsche hinterlassen wurden
-
Sterbefall beim Standesamt beurkunden lassen bzw. klären, wer dies übernimmt
-
Sterbeurkunden bestellen
-
Bestattungsart und Ort der Beisetzung festlegen
-
Termin und Rahmen der Trauerfeier abstimmen
-
Trauerrednerin, Pfarrer oder andere Begleitung für die Zeremonie kontaktieren
-
Musik, Blumen, Fotos und persönliche Erinnerungsstücke auswählen
-
Familie und Freunde über Termin und Ort informieren
Danach
- Arbeitgeber und relevante Versicherungen informieren
- Bankverbindungen und laufende Zahlungen prüfen
- Renten- und mögliche Hinterbliebenenansprüche klären
- Testament und Nachlassunterlagen prüfen
- Bei Unsicherheit über die Erbschaft Fristen beachten
- Mietvertrag, Energie, Telefon und weitere Verträge prüfen
- Vereine, Mitgliedschaften und Abonnements kündigen oder übertragen
- Digitalen Nachlass ordnen
Häufige Fragen nach einem Todesfall
Was muss ich bei einem Todesfall als Erstes tun?
Ist ein Mensch zu Hause verstorben, muss zunächst eine Ärztin oder ein Arzt den Tod feststellen und die Todesbescheinigung ausstellen. In einem Krankenhaus oder Pflegeheim werden diese ersten Schritte in der Regel von der Einrichtung organisiert.
Wie schnell muss ich einen Bestatter kontaktieren?
Sie müssen nicht innerhalb weniger Minuten einen Bestatter auswählen. Nachdem der Tod ärztlich festgestellt wurde, können Sie sich mit einem Bestattungsunternehmen in Verbindung setzen und die nächsten Schritte besprechen.
Wer meldet den Todesfall beim Standesamt?
Bei einem Todesfall im Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt die Einrichtung in der Regel die Anzeige. In anderen Fällen kümmert sich häufig das beauftragte Bestattungsunternehmen darum. Wichtig ist, vorher zu klären, wer die Meldung übernimmt.
Welche Dokumente brauche ich nach einem Todesfall?
Zu den häufig benötigten Unterlagen gehören Personalausweis oder Reisepass, Geburtsurkunde, gegebenenfalls Heirats- oder Scheidungsunterlagen sowie die ärztliche Todesbescheinigung. Welche Dokumente konkret erforderlich sind, hängt von der persönlichen Situation ab.
Wie viele Sterbeurkunden sollte ich beantragen?
Da Sterbeurkunden für verschiedene Formalitäten benötigt werden können, ist es häufig sinnvoll, mehrere Ausfertigungen zu bestellen. Wie viele tatsächlich benötigt werden, hängt von Versicherungen, Banken und der Nachlasssituation ab.
Wann sollte ich eine Trauerrednerin kontaktieren?
Sobald Termin und grundsätzlicher Rahmen der Bestattung absehbar sind, kann die Trauerrednerin kontaktiert werden. So bleibt genügend Zeit für ein persönliches Vorgespräch und die individuelle Vorbereitung der Trauerrede.